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Zersetzungsdynamik und Kohlenstoffspeicherung liegenden Totholzes der Baumarten Buche, Fichte und Kiefer

abgeschlossen 2016/12

Zusammenfassung

 

Totholz ist im Ökosystem Wald von großer Bedeutung, unter anderem als Habitat, für den Energie- und Nährstoffkreislauf und als Speicher im Kohlenstoffhaushalt. In der Vergangenheit im Wirtschaftswald meist vernachlässigt, ist Totholz mittlerweile als Schlüsselstrukturelement und Indikator einer ökologisch nachhaltigen Forstwirtschaft anerkannt. Daher werden im Naturschutz und in der Forstwirtschaft bewusste Anstrengungen unternommen, mehr Totholz im Wald zu belassen und diese Ressource zu bewirtschaften. Um dies zu ermöglichen, fehlen allerdings die wissenschaftlichen Grundlagen zur Zersetzungsdynamik und -geschwindigkeit von Totholz. Insbesondere für mitteleuropäische Verhältnisse ist nicht bekannt, wie lange Totholz in verschiedenen Zersetzungsstadien verweilt, bevor es weitestgehend zersetzt und der darin gebundene Kohlenstoff an die Atmosphäre oder den Waldboden abgegeben worden ist. In diesem Projekt soll die Zersetzungsrate von liegendem Totholz in Abhängigkeit von Baumart (Buche, Fichte, Kiefer), Dimension und Zersetzungsstadium sowie klimatischen Faktoren (Temperatur, Niederschlag) ermittelt werden, um diese modellhaft abbilden zu können. Die Zersetzungsraten werden an Totholz ermittelt, dessen Entstehungsalter datiert werden kann (z.B. durch Sturmereignisse bzw. Bewirtschaftungsnachweise).

Zersetzungsraten werden auf zwei verschiedene Weisen ermittelt: (1) für die verschiedenen Zersetzungsstufen über die laufenden Atmungsraten in Abhängigkeit von Temperatur und Holzfeuchte und (2) für den Gesamtzeitraum und die verschiedenen Phasen des Zersetzungsprozesses retrospektiv über den Massenverlust. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen sollen die Basis für ein wissenschaftlich fundiertes, nachhaltiges Totholzmanagement bilden. Zudem stellen diese Zersetzungsmodelle für Totholz eine essentielle Grundlage für die Erstellung von Kohlenstoffbilanzen für Waldökosysteme dar.

Projektleitung:Prof. Dr. Jürgen Bauhus
Projektbearbeitung:Steffen Herrmann
Finanzierung:Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)
Förderzeitraum:04/2006 bis 03/2009
Partner:Dr. Norbert Bartsch, Waldbau-Institut, Universität Göttingen Dr. Peter Meyer, Niedersächsische Forstliche Versuchsanstalt, Göttingen

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