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Literaturstudie: Über Wissen und Unwissen zur natürlichen Verjüngung der Traubeneiche

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Eine Literaturstudie der Professur für Waldbau in Zusammenarbeit und mit finanzieller Förderung durch die Forschungs-anstalt für Waldökologie und Forstwirtschaft, Trippstadt, Landesforsten Rheinland-Pfalz, Freiburg i. Brg., im April 2015
 

Martin Kohler, Patrick Pyttel, Swantje Schaubhut, Kathrin Hagge-Ellhöft, Christian Kühne und Jürgen Bauhus
 
Zusammenfassung
Die vorliegende Studie hatte zum Ziel, anhand der verfügbaren Literatur den Wissensstand hinsichtlich der natürlichen Verjüngung von Traubeneichen zu analysieren, die Faktoren zu bestimmen, die für eine erfolgreiche Verjüngung der Traubeneiche verantwortlich sind und Aussagen zur Sicherheit bzw. dem Risiko hinsichtlich der Verjüngung bei unterschiedlichen waldbaulichen Vorgehensweisen abzuleiten. Aufgrund der Tatsache, dass die meisten Untersuchungen den Charakter von relativ kurzfristigen Fallstudien haben, können die Ergebnisse nur sehr eingeschränkt auf die Gesamtpopulation von Traubeneichenbeständen und die längerfristige Entwicklung der Verjüngung bzw. der Jungbestände übertragen werden. Die Literaturstudie zeigt, dass eine kleinflächige (0,1 – 0,3 ha Kronendachöffnung), natürliche Verjüngung von Traubeneichen grundsätzlich möglich ist. Es ist aber nicht möglich, Wahrscheinlichkeiten für den Erfolg anzugeben. Als entscheidende Faktoren für den Erfolg der Naturverjüngung werden in der Reihenfolge der Häufigkeit der Nennung die Konkurrenzvegetation, Strahlungsgenuss, Wildverbiss, und waldbauliche Pflege genannt. Jedoch gibt es hinsichtlich der Interaktionen zwischen diesen Faktoren und des Effekts der jeweiligen Ausprägung der Faktoren noch erhebliche Unsicherheiten. Die größten Unsicherheiten bestehen hinsichtlich des Faktors Standort und seiner indirekten Auswirkungen auf die Konkurrenz zwischen Eichen, anderen Baumarten und der Begleitvegetation, des Faktors Vorverjüngung von Schattbaumarten, der qualitativen Entwicklung der Eichen sowie der Kosten für die Jungwuchspflege. Angesichts der lückenhaften Information zur natürlichen Verjüngung der Traubeneiche ist ein umfassender Vergleich verschiedener waldbaulichen Verfahren nicht sinnvoll. Dazu fehlt insbesondere Information zu den unterschiedlichen Kosten für die Verjüngung und Jungwuchspflege. Aufgrund der erkannten Wissenslücken erscheint es uns nicht möglich, belastbare waldbaulichen Empfehlungen zur natürlichen Verjüngung der Traubeneiche zu geben. Eine erfolgreiche Verjüngung wird von der jeweiligen Konstellation der kritischen Faktoren abhängen. Daher sollte man auch mit strikten Vorgaben für maximale Verjüngungsflächen bzw. Kronendachöffnungen vorsichtig sein. Diese entbehren weitgehend einer wissenschaftlichen Überprüfung durch Studien mit hoher Konfidenz.
  

Kurzfassung der Studie:   Download

Die ungekürzte Fassung der Studie erhalten Sie auf Anfrage:     waldbau@waldbau.uni-freiburg.de

 

 

 

 

 
 

 

 

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