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Steinlin-Preis 2013 for Jan Bannister and Gregor Seitz

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Bei der feierlichen Eröffnung des Akademischen Jahres 2013/14 der Albert-Ludwigs-Universität hat Rektor Prof. Dr. Hans-Jochen Schiewer Preise an Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler der Universität in Höhe von insgesamt 114.540 Euro vergeben.  Dabei erhielten Dr. Jan Bannister und Gregor Seitz, die ihre Forschungsarbeiten an der Professur für Waldbau durchführten, den Hans-Jörg-Steinlin-Preis 2013.   


 

HANSJÜRG-STEINLIN-PREIS 2013 (Kategorie: Dissertation)

Dr. Jan Bannister

 

Dynamics and restoration of Pilgerodenron uviferum forests on Chiloé Island, North Patagonia, Chile

Das Verbreitungsgebiet der Pilgerodendron uviferum Moorwälder Nordpatagoniens umfasst eine Fläche von fast 1 Mio. ha. Diese Art ist charakterisiert durch eine geringe Resilienz gegenüber Feuer-Störungen. Das Ziel der Dissertation war es, unzerstörte und zerstörte P. uviferum Moorwälder zu untersuchen um Strategien zu entwickeln, die zur Restaurierung dieser Wälder beitragen. Diese Arbeit ist auf drei wichtige Aspekte einer zukünftigen Restauration ausgerichtet: a) Verständnis der ökosystemaren Prozesse in ungestörten Urwäldern, b) Analyse der natürlichen Erholungsrate von gestörten Wäldern, und c) Entwicklung von Strategien für eine zukünftige Restaurierung. Es konnte festgestellt werden, dass P. uviferum eine sehr langlebige Baumart mit einem extrem langsamen Wachstum ist. Im Gegensatz zu früheren Untersuchungen lässt sich ableiten, dass diese Wälder keine Übergangsphase in der Waldentwicklung darstellen. Nach Feuerereignissen wird die Verjüngung der Populationen durch überlebende Samenbäume gewährleistet, jedoch bleibt die Wirkung von Samenbäumen beschränkt, wenn dies auf einer Landschaftsebene betrachtet wird. Pfl anzungen können die Wirkung existierender Samenbäume ergänzen, indem sie die natürliche Verbreitung von P. uviferum in gestörten Moorwäldern ergänzen. Diese Ergebnisse sind ein wichtiger Beitrag für künftige Pflanzungen von P. uviferum im Rahmen von Restaurationsaktivitäten in gestörten Moorwäldern. Die Mischung aus aktiven Maßnahmen und natürlicher Waldentwicklung stellt den effizientesten Weg zur Restauration dieser Moorwälder dar.

 

   

HANSJÜRG-STEINLIN-PREIS 2013 (Kategorie: Masterarbeit)

Gregor Seitz

 

Der Zusammenhang zwischen hydromorphen Standorten und der Vitalität von Stieleiche (Quercus robur L.) und Traubeneiche (Quercus petraea [Matt.] Liebl.) Fallbeispiel Bienwald Rheinland-Pfalz.

Hydromorphe Standorte gelten in der forstlichen Literatur als Stieleichen-Zwangsstandorte. Befunde erhöhter Schadanfälligkeit auf vernässenden Standorten legen jedoch nahe, dass Hydromorphie ein maßgeblich prädisponierender Faktor der Eichenkomplexkrankheit ist und die Vitalität von Stiel- und Traubeneichenbeständen limitiert. Die vorliegende Arbeit untersuchte die Auswirkungen zunehmender Hydromorphie auf die Vitalität von Stiel- und Traubeneiche anhand zweier Untersuchungsbestände im Forstamt Bienwald. Die Beurteilung der Baumvitalität erfolgte durch eine Kronenbonitur im Winterzustand. Hydromorphie wurde einzelbaumscharf anhand des Auftretens von Redoximorphiemerkmale unter Geländeoberfläche im Bodenprofil erhoben. Ergänzend wurden die Wuchsparameter BHD, Scheitelhöhe, Kronenlänge und die Kronenprojektionsfläche der Probebäume erfasst. Die bonitierte Kronenvitalität wurde signifikant durch die Prädiktoren BHD, Hydromorphie sowie der Baumart beeinflusst. Mit abnehmenden BHD und Anstieg der Redoximorphiemerkmale im Bodenprofil verschlechterte sich die Vitalität der untersuchten Eichen. Die Stieleiche zeigte eine geringere Vitalität und ein höheres Schadniveau als die Traubeneiche. In Anbetracht der gewonnen Erkenntnisse stellt sich die Frage, welche Eichenart auf hydromorphen Standorten geeigneter ist und inwieweit der Eichenanbau auf hydromorphen Standorten aus ökonomischer und waldbaulicher Sicht Risiken birgt.

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